Auftaktveranstaltung
Die Gläubigerschutzvereinigung Deutschland e.V. „geht an den Start“
Im Fokus der Diskussion über die Wirtschafts- und Finanzkrise stehen derzeit zumeist internationale Märkte, Länder, Banken, Währungen. Tatsächlich aber tragen die öffentliche Hand und der Mittelstand einen Großteil der Last und zahlen vielfach in Form von Unternehmenskrisen und Insolvenzen, Beitrags- und Steuerausfällen. Allein im Jahr 2009 entstanden insolvenzbedingte Forderungsausfälle in Höhe von 40 Mrd. €. Der volkswirtschaftliche Gesamtschaden durch Insolvenzen wird jährlich auf rund 150 Mrd. € geschätzt. Ein Großteil dieser Schäden ließe sich vermeiden, wenn die Stigmatisierung des sanierungsorientierten Insolvenzrechts positiv gewendet und die Früherkennung von Krisen Anlass zum Handeln und nicht zum Verdecken werden würde.
In dieser Situation startet die Gläubigerschutzvereinigung Deutschland e. V. ihre operative Tätigkeit, um gerade diese Wende herbeizuführen. Erstmals in der deutschen Konkurs- und Insolvenzgeschichte gibt es damit eine bundesweite Interessenvertretung ungesicherter Gläubiger in Krise und Insolvenz. In enger Zusammenarbeit mit einer der ältesten Kreditschutzvereinigungen Europas, dem KSV1870 aus Österreich, der Erfahrungen aus 140 Jahren Interessenvertretung der ungesicherten Gläubiger einbringt, soll der Schutzgedanke koordinierter Interessenvertretung nun auch in Deutschland fest verankert und den Gläubigern ein umfassender, bundesweiter Service angeboten werden.
Ziel der Gläubigerschutzvereinigung Deutschland e. V. ist die organisierte Interessenvertretung aller ungesicherten Gläubiger, von den Trägern der Sozialversicherung, den Krankenkassen bis hin zum Handwerker, Freiberufler und Selbständigen.
Die Krisenfrüherkennung zur Insolvenzvermeidung, wie die Förderung von Sanierungen außerhalb und innerhalb der Insolvenz nimmt dabei einen zentralen Stellenwert ein. Damit stellt der Beginn der Tätigkeit des GSV in Deutschland den Auftakt zu einer gesamteuropäischen Gläubigerschutzvereinigung dar.
